Gobi Tag 1 – Ulaan Baatar to Baga Gazryn Chuluu

Mongolai '13

Vor unserer Zugfahrt hatten wir schon mit unserem hostel in UB via mail geregelt, dass wir gerne eine tour durch die gobi machen würden. als wir im hostel ankamen hatten sich noch 3 franzosen in die liste eingetragen und somit waren wir zu sechst + fahrer + köchin. allerdings sollte der trip schon direkt am nächsten tag beginnen, was nach der zugfahrt natürlich etwas stressig war…
was macht man also am ersten tag in UB, wenn man am nächsten tag in die wüste fährt? man sucht das nächst beste krankenhaus um sich eine entzündung am fuss aufschneiden zu lassen, die man sich in beijing irgendwie geholt hat. das unterfangen war aber gar nicht so einfach, da hier alles auf kyrillisch geschrieben ist! also ging es los mit lonely planet und einer schlechten kopie eines stadtplans.
das erste krankenhaus, das eingezeichnet war existierte schon nicht mehr, also zum nächsten. das zweite krankenhaus sah sehr gut aus. aber leider mussten wir nach 30 min warten feststellen, dass es sich nur um eine gynäkologische einrichtung handelte, was dann auch die vielzahl komischer blicke erklärte.
das dritte krankenhaus war dann endlich ein volltreffer, aber es erschien total verlassen. wir trafen am eingang eine frau, die sehr freundlich auf uns zu kam und uns half die notaufnahme zu finden. diese war wirklich in der hinterletzten ecke!
die frau hatte es sich zur aufgabe gemacht mich zu bemuttern, wahrscheinlich sah ich auch etwas durch den wind aus nach den 30h im zug, also erklärte sie dem recht jungen arzt, was sache war. sie fungierte sozusagen als meine dolmetscherin. als alle unklarheiten beseitigt waren ging es dann auch ganz schnell. fuss auf, entzündung raus, fertig. da es sowas wie eine örtliche betäubung nicht gab konnte ich anschliessend wieder richtung hostel gehen und kam noch genau pünktlich zur vorbesprechung des gobi-trips.
da die wüste gobi ein paar hundert km südlich der hauptstadt erst beginnt und das land generell nicht sehr klein ist, sollten uns einige heftige tagestouren erwarten. und nur zur info: das land hat ca. 100km befestigte strassen und unser trip ging insgesamt über 1700km!
am nächsten morgen gings los. wir gingen mit der ganzen truppe noch zusammen einkaufen, vor allem wasser! wie wir es uns erhofft hatten stiegen wir anschliessend in einen typischen alten, russischen bulli ein und machten uns auf den weg.
es ging im stockenden verkehr aus der stadt heraus und keine stunde später ging das geholper los, aber vom feinsten. wir wurden quer durch den bus geworfen und brauchten eine gewisse zeit um uns an die strassen zu gewöhnen. die sitzreihen waren gegenüberliegend und somit mussten immer drei dran glauben und die ganze prozedur rückwärts über sich ergehen lassen…das ein oder andere mal war das echt kein vergnügen. gerade unserer einzigen französin und auch meiner person machte die rückärtsfahrt etwas zu schaffen ;) während wir am stock gingen und hart mit dem gleichgewicht zu kämpfen hatten, putzte sich unsere köchin auf dem beifahrersitz die zähne und las dabei ein englisch wörterbuch (sie lernte noch). die ureinwohner waren die strassen einfach mehr gewöhnt…
zunächst fuhren wir durch das grasland, welches uns noch aus der inneren mongolei vertraut war. wir machten mitten in der pampa halt um auf dem campingkocher das essen zuzubereiten und sahen stundenlang keine menschen seele. es war schon klasse…
gegen abend kamen wir nach 7 stunden holpern bei 3 jurten an, wo wir dann unsere erste nacht verbringen konnten. so sollten die nächsten tage alle vom rythmus aufgebaut sein, aber die landschaft wurde immer interessanter und die pisten entsprechend schwieriger.
spannend war auf jeden fall, dass sowohl unser fahrer, als auch unsere köchin wenig bis kaum englisch konnten und wir dazu weder mongolisch, bzw. nur 3 wörter französisch. dennoch kamen wir die woche super miteinander klar und hatten unseren spass mit den fünf. vor allem unser fahrer war eine echte granante, der kerl konnte fahren! 2 tage nach unserem trip geht es für ihn wieder los, die gleiche mörderische strecke von 1700km. für eine kurze pause mussten wir ihn immer anbetteln, da er sonst am liebsten das ganze stück in einem durchgeknallt wäre. wenn es dann soweit war, legte der kollege eine absolute vollbremsung hin und man konnte für ein paar minuten durchatmen und plätze tauschen :) die namen der beiden konnten wir uns aber bis heute nie merken und so hiessen sie einfach eric und sophie, was sie aber auch nicht näher gestört hat. weiter gehts mit unserem ersten kontakt mit den wahren bewohnern der wüste…

Leave a Reply