Gobi Tag 2 – Baga Gazryn Chuluu to Tsagaan Survaga

Mongolia '13

Nach unserer ersten nacht in der jurte gings mit eric, sophie und den drei franzosen direkt weiter, denn der 2. tag wurde auch noch sehr lang. wie gesagt, die wüste erstreckt sich im süden des landes. also gings weiter mit vollgas über die sandpisten. immer wieder mal riss eric das steuer um und fuhr querfeldein, da er strikt nach gps fuhr. anders konnte man sich auch nicht orientieren. hin und wieder gab ein kleiner gebirgszug hinweise, wo man sich ca. auf der karte befand. nach 3 stunden kamen wir in eine kleine stadt, mandalgov, welche sogar auf der karte als recht grosses ereignis eingezeichnet ist. aber es waren nur ein paar alte häuser und eine ansiedlung von jurten. das ganze hatte den eindruck einer alten westernstadt…hier hielten die beiden chefs nur kurz an um wahrscheinlich verwandten ein paar lebensmittel zu übergeben. so oft kommen die wohl nicht nach ulaan baatar. im anschluss gings dann wieder ab auf die piste.
man kann zunächst nicht viel von den ersten beiden tagen berichten, denn wie uns die leiterin der trips im hostel auch erklärte, passiert auf dem weg einfach nix! absolute steppe. man konnte nur eine leichte veränderung im gras erkennen, welches etwas trockener wurde ;) wir waren auf dem weg zur wüste, aber noch nicht da…
nach einiger zeit kamen wir an einen ort, der zunächst sehr verlassen und unspektakulär erschien, aber dennoch hielten wir an und die beiden wollten, dass wir uns mal umsehen. nach ein paar metern kamen wir zu einem abgrund und sahen eine unwirkliche landschaft vor uns. der abgrund war ca. 30m hoch und erstreckte sich über ein paar hundert meter. über jahrtausende hat der wind das poröse material auf eine skurile art und weise verformt. erst im nachhinein konnten wir ein paar informationen zu dem ort herausfinden, da die guidebooks keine informationen dazu boten und eric und sophie uns leider mit ihren englischkenntnissen nur den namen nennen konnten: tsagaan survaga. es war das erste highlight nach einer langen zeit in der steppe, mitten im nirgendwo. nachdem wir alles erkundet hatten gings dann aber auch schon wieder weiter durch die altbekannte landschaft…
interessant wurde es dann wieder, als wir unsere übernachtungs-jurten erreichten, denn endlich tauchten meine persönlichen freunde auf: Kamele! so stellten wir uns eine nomadenfamilie vor. wir schliefen in jurten, nur ein paar meter neben den vertrottelsten tieren, die es gibt. es roch zuweilen etwas streng, aber daran musste man sich gewöhnen. an dieser stelle sollten wir auch vielleicht anmerken, dass es eine woche keine toiletten gab und das land war echt platt und ohne grössere sträucher…die nomadenfamilie war gerade damit beschäftigt die kamele zu melken, als wir ankamen. das beste war aber die kleine tochter, welche die tierchen mit einem stock in schach hielt. die riesen kamele hatten einen heiden respekt vor der vielleicht 8 jährigen. wir guckten uns das ganze spektakel an und hatten einen sehr lustigen abend. als es dunkel wurde kam die kleine tochter in unsere jurte und brachte uns eine glühbirne mit einem kabel. so weit so gut dachten wir uns, aber woher soll der strom kommen? in dem moment kam die kleine wieder und schleppte uns eine autobatterie herein! wir guckten nicht schlecht, als sie ohne zu zögern alles miteinander verdrahtete, bevor wir auch nur eingreifen konnten. aber sie schien das nicht zum ersten mal zu machen. zum dank gaben wir ihr ein paar süssigkeiten die wir vor dem trip für die kinder der familien besorgt hatten. zwischendurch fungierten diese aber auch als unsere notreserve. wir schauten uns noch den sonnenuntergang in der steppe an und dann ging es auch schon richtung jurte. wir entwickelten einen rythmus, bei dem man schon gegen 2100 abends meist im bett lag. aber die fahrten waren auch schlauchend…

Leave a Reply