Gobi Tag 5 – Khongoryn Els to Bayanzag

Mongolia '13

Nach dem genialen tag im herzen der gobi ging es also mit dem 5. Tag weiter. wir waren auch inzwischen daran gewöhnt täglich 5-6 stunden in dem bulli durchgeschüttelt zu werden. Unser ziel für den tag war der ort „bayanzag“, welcher auch gerne „flammende klippen“ genannt wird. 1922 wurden hier die ersten dinosaurierknochen gefunden, seitdem entpuppte sich der ort als eine der ergiebigsten ausgrabungsstätten weltweit. Die gefundenen knochen und dinoeier sind über den gesamten globus in zahlreichen museen ausgestellt. Wenn man mal von den ganzen dinos absieht, dann ist „bayanzag“ eine von roten felsen umgebene wüste, die einem canyon gleicht.
Die sonne drückte wieder und wir erkundeten das gebiet. Es fiel sofort auf, dass absolut nichts auf die bedeutung des ortes, hinsichtlich der saurierfunde, hinwies. Es gab keine schilder, markierungen, karten oder sonst etwas. Wir haben unsere infos aus den guidebooks, aber sonst bleibt einem die besonderheit dieses ortes leider vorenthalten.
Dennoch war es eine erstaunliche und menschenverlassene landschaft, die einem die erbarmungslosigkeit der wüste wieder vergegenwertigte. Wir kochten vor uns hin und stiefelten immer weiter die steilen roten klippen entlang. Ca. eine stunde wollten wir uns hier aufhalten, aber hatten uns natürlich wieder völlig in der zeit verschätzt. Wir konnten den bulli am horizont erkennen, aber fanden keinen weg um dorthin zu gelangen. Wir waren nun schon gut eine stunde unterwegs und hatten uns, mehr oder weniger, stetig in eine sackgasse hineinbewegt. Den ganzen weg wollten wir nicht zurückgehen und somit mussten wir irgendwie querfeldein die klippen herunter. Das ganze wurde mal wieder ungewollt zu einem abenteuer, aber schliesslich erreichten wir 30 min später unseren bulli. Zu anfang des trips hatten wir unsere wanderschuhe eingepackt, diese aber so gut wie nie getragen, da wir die „wanderungen“ regelmässig unterschätzt hatten. Nur auf den sanddünen hatten die guten dinger mal einen kurzen einsatz, aber auch diese heutige wanderung wurde wieder auf flipflops durchgeführt.

Wir waren jetzt 2 tage von der sonne total in die mangel genommen worden und hatten eine dicke schicht aus weissem und rotem sand auf unserer haut. Es wurde nun wirklich zeit für eine dusche! Wir fuhren weiter und kamen zu unseren jurten für die nacht. Ein paar km weiter konnte man eine grössere jurtensiedlung erkennen, welche wir dann auch ansteuereten und dort unsere wohlverdiente und heiss ersehnte dusche bekamen. Diese touristensiedlungen, so gut die dusche auch tat, waren wirklich schandflecken in der sonst so beeindruckenden landschaft. Zum glück haben wir auf unserer tour sonst keine camps dieser art gesehen oder, noch schlimmer, in diesen übernachtet. Sie weckten sofort erinnerungen an china. Wir müssen wohl leider zugeben, dass wir schwach geworden sind, als wir herausfanden, dass man dort ein kühles bier kaufen konnte ;)
Nach der dusche gings zu unserer familie zurück, wir setzten uns in die steppe und tranken unser bier. An unserem bulli tat sich inzwischen etwas und es wurde das abendessen zubereitet. Wir hatten während der letzten 5 tage abwechselnd nudeln oder reis bekommen. Wir konnten wirklich nicht meckern, denn sophie hatte jedes mal sehr gut gekocht. Als sie diesmal zu uns kam guckten wir aber nicht schlecht, denn es gab sushi! Wir sassen mitten in der wüste, 1500km luftlinie vom nächten meer entfernt und assen sushi. Sie hatte natürlich etwas improvisieren müssen und griff für den fisch zum dosenthunfisch, aber es war dennoch klasse und definitiv unerwartet. So hatten wir mit dem halbwegs kalten bier und dem sushi ein perfektes abendessen. Es sollte auch unser letztes in der wüste/steppe werden (mal sagen wir wüste, mal steppe. Das ganze geht hier fliessend ineinander über und man kann da wirklich schlecht unterscheiden), da die nächste übernachtung in einer „stadt“ sein sollte und dann auch schon, am 7. tag, ulaan baatar angesteuert wird.

Am nächsten tag sollten wir dann auch mal die nicht ganz sooo netten mongolen kennenlernen…

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