Hohhot – Grasland ohne Ende

China '13

早上好 !

wir sind endlich in der inneren mongolei angekommen. das erste was auffällt, ist dass zu der unverständlichen chinesischen schrift auch noch die noch weniger lesbare mongolische schrift hinzukommt. aber wir haben uns daran gewöhnt, dass wir rein gar nichts hier verstehen und einfach thomas vorschicken. nach der etwas schmantigen 5 stunden fahrt im hardseater sind wir am hohhot bahnhof von einem fahrer unseres hostels abgeholt worden. im hostel angekommen wurden wir dann absolut negativ überrascht. wir haben schon viele kaputte läden gesehen und das anda guesthouse spielte auf jeden fall ganz oben mit. wir haben direkt den gedanken gefasst uns was neues zu suchen, aber erst wollten wir eine tour machen, die das hostel organisiert. diese sollten gem. lonely planet auch ganz ordentlich sein. (der lonely hat sich während dieses trips leider schon das ein odere andere mal leicht verschätzt. so wurde die altstadt von datong als sehr sehenswert beschrieben. es gab nur leider keine altstadt…)
also haben wir die graslandtour für einen tag und eine nacht gebucht und es ging auch schon am nächsten morgen früh mit dem van und ca. 8 anderen backpackern ins grasland, die typische mongolische steppe. für die anderen backpacker war das die absolute mongolische erfahrung, aber für uns sollte das ein vorgeschmack für die echte mongolei werden. die 2,5 stunden lange fahrt aus der stadt heraus in die steppe war wie alle längeren fahrten im chinesischen strassenverkehr wieder etwas anstrengender. wir haben bei unzähligen überholmanövern gut nerven gelassen. gegen ende sind wir auch an einem frischen verkehrsunfall vorbeigefahren, der uns dran erinnerte, dass es auch leider nicht immer ganz so gut ausgehen kann. unser fahrer setzte dennoch weiter zu rasanten attacken an.
während wir durch das grasland zu unserer mongolischen familie fuhren kamen wir an den ger-camps (ger = jurte) vorbei, die die chinesischen touristen für ihre mongolische erfahrung gerne aufsuchen. man muss sich ca. 50 jurten vorstellen, die wie im eierkarton angeordnet, mitten in der landschaft stehen. dazu ein riesiger busparkplatz. wir hofften, dass uns diese massenabfertigung erspart blieb.
als wir endlich ankamen, standen zum glück nur 4 jurten und ein kleiner verschlag der ehemaligen nomadenfamilie in der offenen landschaft. 8 von uns blieben über nacht und so haben wir 2 jurten bezogen.
wir hatten sogar eine tourleiterin dabei. wobei “tourleiterin” vielleicht nicht die korrekte bezeichnung für sie war. das mädel konnte zwar einigermassen englisch, war aber sonst mit allem völlig überfordert. als erstes wurde gefragt, wer denn zu einem ger-camp mitkommen will um eine stunden auf einem gaul durch die gegend zu reiten. alle hoben stürmisch die hand. wir drei guckten uns an und lehnten die massenabfertigung gekonnt ab. damit hatten wir den ersten bösen und verständnislosen blick unserer tourleiterin geerntet.
erst gabs mittagessen bei der mongolischen familie und dann brachen alle anderen auf…wir hatten inzwischen mitbekommen, dass man bei der familie sogar bier kaufen konnte. ein erstes anzeichen dafür waren aber die ca. 500 leeren bierflaschen, die das gesamte areal kunstvoll gestalteten. uns wurde recht schnell bewusst, dass wir noch lange nicht wirklich in der mongolei sind, sonder noch immer im touristisch überfluteten china. diese situation einmal akzeptiert mussten wir uns ja auch nicht mehr gegen das bier wehren…
während die anderen irgendwo durch die gegend galoppierten wanderten wir ein bisschen durch die graslandschaft, die trotz der touristischen invasionen sehr beeindruckend war. und es war still! es war zum ersten mal in china still! das konnte schon einiges. generell hat uns die landschaft und das übernachten in der jurte lust auf mehr gemacht und wir sind sehr auf die mongolei gespannt.
nach 2 stunden kam der rest unserer gruppe zurück und dann begann unsere tourleiterin erst so richtig mit dem programm. in bester club-urlaub manier ging es los mit bogenschiessen. ihr war wahrscheinlich als einziger nicht aufgefallen, dass inzwischen ein ziemliche heftiger wind in der graslandschaft wehte. es hat natürlich keiner auch nur annähernd das ziel getroffen…nach 30min wurde das programm gewechselt: frisbee! und ja, es war immer noch windig. nachdem das spiel also auch nicht von erfolgt gekrönt war wollte hellen (so hiess unsere leiterin) mit uns allen zu einer stupa gehen, welche ca. 30 min fussmarsch mitten im nirgendwo steht und uns etwas über die mongolische geschichte erzählen. alle folgten…naja bis auf uns drei, da wir zuvor schon diese stupa aufgesucht hatten, während die anderen hoppeln waren. nun hatten wir richtig verschissen. ausserdem waren wir nicht der meinung, dass wir bei ihr so viel über die mongolische kultur und geschichte lernen würden. also brachen alle auf und wir wendeten uns beherzt dem bier zu….das ganze hatte schon ein bisschen festival charakter: bier, wiese, zelt(jurte)…
als alle zurück waren wurde es richtig amüsant. um später ein lagerfeuer zu machen brauchten wir brennmaterial. es gibt im grasland aber keine bäume. also musste getrockneter kuhdung herhalten. das bier in der einen hand ging es also querfeldein und den blick immer nach unten, kacke sammeln. die ganze aktion hatte echt was…nachdem wir zwei volle säcke gesammelt hatten näherte sich der abend hellen schlug vor, dass wir uns den sonnenuntergang angucken. wir stimmten zu und fragten wo denn der besten ort dafür sei. und auf einmal tickte die kleine chinesin völlig aus und machte uns zur sau, warum wir uns denn immer über sie lustig machen würden und dass sie sich so abmüht und so weiter und so fort…wir guckten sie daraufhin doch etwas perplex an. unsere frage war an und für sich nicht wirklich feindselig zu verstehen gewesen und wir waren etwas ratlos. wir versuchten sie zu beruhigen und meinten, dass keiner über sie lustig gemacht hat. wir drei dachten natürlich, dass sie weg uns so angepisst war, aber anscheinend ging das ganze theater wohl schon los, als die restlichen beim pferdegehoppel waren, wie wir im nachhinein erfuhren.
den sonnenuntergang guckten wir uns dann ohne hellen an und fanden schliesslich ein paar gleichgesinnte mit denen wir uns bei ein paar bier einen netten abend machten.
fazit der ganzen tour ist, dass die landschaft und die übernachtung in der jurte wirlich klasse waren und lust auf mehr gemacht haben. die organisation des guesthouses war nicht ganz so professionell, aber auf jeden fall amüsant!
am nächsten morgen gings zurück und wir packten noch am gleichen tag unsere sachen und machten uns auf die suche nach einer neuen bleibe…

回头再说

 

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