Listvyanka – An der “Perle Sibiriens”

Russia '13

nach 2 monaten backpacken ist unser rucksack immer voller geworden, bzw hat sich in 2 rucksäcke verwandelt und wurde somit immer schwerer! umso mehr machte einen die tatsache fertig, dass unser hostel in listvyanka 20min entfernt den hügel hoch am waldrand lag. der weg machte uns fertig. wir hatten das baikaler eco hostel vorher schon reserviert, aber haben die strecke doch etwas unterschätzt.

auch ohne rucksäcke wurde der weg in den nächsten tagen immer nerviger. man überlegte sich beim einkaufen drei mal ob man unten in der stadt was vergessen hat, bevor man den gewaltmarsch antrat.
abgesehen von der etwas problematischen lage war das hostel klasse. wir hatten eigentlich eine ferienwohnung für uns. wie fast alle häuser in der stadt, war auch unser hostel ein holzhaus marke eigenbau, das zwar hier und da etwas verzogen war, aber im grunde eine solide unterkunft für die 4 tage war.
die stadt wird geprägt von kleinen souvenir- und fischständen. an den letzteren wird der hier bekannte geräucherte omul in massen verkauft. am ersten abend einen probiert, holten wir uns ab dann jeden abend 3 fische, die wir meistens am wasser verputzten. die dinger waren richtig gut, auch wenn die hände danach noch mehrere stunden nach geräuchertem fisch stanken. man hatte auch keine andere chance, als sich die fische auf dem markt zu holen. sobald wir den markt betraten, drückten uns die russischen mütterchen den fisch praktisch in die hand und redeten ununterbrochen auf russisch. wir hätten auch 10 fische gekauft, nur um wieder gehen zu dürfen…
gegenüber von listvyanka, auf der anderen seite der angara, die hier den baikal verlässt, liegt port baikal. wir fuhren einen tag mit der “fähre” rüber. interessant an dem ort ist, dass dieser praktisch seit den 50er jahren ausgestorben ist. mit dem bau des staudamms in irkutsk und der verlegung der transsib-strecke weiter ins hinterland, verlor der ort jegliche bedeutung. heute fahren hier nur noch touristenzüge die alte bahnstrecke entlang. man kann hier aber auch gut die gleise entlang wandern, wenn man nicht schon wieder zugfahren will.
wir hatten 4 tage lang sonne am see, mit temperaturen bis zu 26°C, was für september ein absoluter glücksfall war. im durchschnitt liegt die temperatur zu der zeit des jahres bei max. 15°C und die tendenz geht ganz schnell nach unten. ab dezember ist der gesamte see zugefroren und taut erst im april wieder auf. also nutzten wir die gelegenheit um ein bisschen planschen zu gehen. der see wird aber von der aussentemperatur im wahrsten sinn kalt gelassen. im schnitt erreicht der baikal im sommer selten mehr als 10°C. man kann sagen, dass es etwas schmerzhaft war…
die tatsache, dass der see völlig zufriert, ist für uns auf jeden fall ein anreiz, die region auch mal im winter zu besuchen. gerade für daniel, als er hörte, dass es einen baikal marathon gibt…
gestern sind wir wieder in irkutsk angekommen bei bestem wetter und heute sitzen wir bei 10°C und dauerregen im hostel und schreiben diesen blog. heute abend geht es dann los richtung moskau. 90h fahrt warten auf uns…also 90h am stück. wir kommen mittwoch gegen mittag in moskau an. unser zug ist vor 2 tagen in vladivostok bereits losgefahren, was unsere strecke schon wieder ein bisschen relativiert, aber dennoch wird es sehr lang werden…

vielleicht melden wir uns wieder aus moskau…
bis dahin!

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