Trekking Tag 11 – Thoran Phedi 4450m ueber Thorung La 5416m nach Muktinath 3800m

Nepal '12

Dieser Tag sollte lang werden, wirklich lang und wirklich uebel!
aber von anfang an…
3:30 am, der wecker klingelt. Es war nachts immer eine unangenehme sache, wenn man raus musste, um mal kurz den abort aufzusuchen, der fast immer draussen war, aber nachts dann ganz aufzustehen, war noch mal eine ganz andere sache!
augen auf, kurz aufs handy geguckt: 3 grad celsius! in unserem verschlag…schnell unsere paar sachen zusammengepackt, ALLES angezogen, was man dabei hatte und noch schnell eine tasse tee rein. die leute im dorf kennen das ganze prozedere schon von den trekkern und teilten ab 4:00 am unser leid. darum konnten wir noch einen tee trinken. danach gings los. kopfleuchte auf und das highcamp fest im blick! die strecke dorthin hatten wir am vortag schon ein bischen erkundet und wussten was auf uns zukam, natuerlich jetzt mit rucksack, was das ganze mal wieder erschwerte. diese stueck zum highcamp gilt als das schwere stueck des ganzen aufstiegs und darum waren wir guter dinge, dass wir, dort einmal angekommen, schon mal viel geschaft haben wuerden. unsere handschuhe aus pokhara, von “the north face”, original gefaelscht waren absoluter schrott. unsere finger waren nach 10 min taub. die knie meldeten sich natuerlich auch puenktlich und es war echt so richtig dunkel!! aber nach nur einer stunde sahen wir das highcamp! also rein da uns noch einen tee bestellen, bevor es richtig hoch geht.wir waren echt froh, wie man sich denken kann, dort angekommen zu sein. unsere haende tauten auf und wir waren saustolz! aber man fuehlte sich auch direkt ein bisschen dizzy im kopf. wir waren auch auf 4990m und das sollten wir nicht vergessen.! nach dem tee gings noch flott zum aussenliegenden abort, der aber leider total eingefroren war. pech gehabt!
wieder komplett eingepackt gings weiter. jetzt sollte der “einfache” teil des aufstiegs kommen…THEORETISCH stimmte das auch, da es nicht mehr soooo steil war. soviel stand fest. aber ab 5000m wurde die luft so richtig duenn!! fort an ging es nur noch in slow motion weiter. fuss vor fuss! mehr war nicht mehr…all die tage zuvor war es immer so, dass ich (tim) bergauf fixer war als max (laengere beine und darum anderen rythmus). ich wartete dann immer nach ein paar metern und dann gings wieder weiter. aber da oben war das alles passee! ich klemmte mich hinter max, da ich dort mit seinem rythmus besser klar kam. man ging eine spitzkehre und machte ersmal pause. immer ein paar langsame schritte…zur info: da oben geht keiner schnell! jeder war da oben gefuehlt an seinem pers. limit angekommen, so wie wir.die eigentliche tortur bestand darin, dass man immer ein ziel vor augen hatte. die spitze des naechsten huegels. doch dort oben angekommen gab es immer einen weiteren huegel! es war wirklich zum schreien, aber dafuer gabs nicht genug luft! also gings immer weiter. hirn ausgestellt, instinkt an und weiter…nach 4 stunden, den wahrscheinlich laengsten 4 stunden unseres lebens bis dahin, zumindes gefuehlt ;) kamen die erloesenden worte eines guides:” 15 minutes”. ich haette den kerl da oben fast abgeknutscht!!und es war wirklich nicht mehr weit. nach dem gefuehlten tausendsten huegel und der tausendsten enttaeuschung konnte man ein paar gebetsflaggen sehen. und dann waren wir wirklich da! auf knapp 5,5km ueber NN auf dem verfluchten und ersehnten Thorung La Pass :)
wir verbrachten fast eine stunde dort oben. ruhten uns aus, machten beweisfotos und waren echt stolz!! spaeter gehts weiter mit dem abstieg, der selbst im lonely planet als knie-zerstoerend beschrieben wird…

(aber jetzt erstmal ins “everest steak house” und das erste fleisch seit gut 4 wochen zu uns nehmen :))

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