Trekking Tag 6 – Bhratang 2850m ueber Ghyard 3730m nach Humde 3330m

Nepal '12

der sechste tag unseres treks wird uns noch lange in erinnerung bleiben. nach dieser fuerchterlichen nacht in bhratang, ging es ziemlich uebermuedet richtung dhukur pokhari. bis dorthin war es ein moderater anstieg auf dem wir einige porter trafen, bis zu 100kg auf ihrem ruecken den berg hoch schleppten. ohne die funktioniert in den hoeher gelegenen doerfern einfach nichts. wahnsinn!
dort angekommen trafen wir mal wieder ku-chang und hermann und fruehstueckten ersteinmal. anschliessend ging es weiter durch den pinienwald, der uns schon die letzten tage begleitet hatte. an diesem tag hatten wir die wahl den normalen weg durch lower pisang oder den hoeheren weg durch upper pisang zu nehmen. aufgrund der in dieser hoehe langsam notwendigen aklimatiesierung, haben wir uns nach dem motto “climb high, sleep low”, diemal absichtlig fuer den hoeheren und beschwerlicheren weg entschieden. dieser fuehrte uns nach einer zeit aus dem mittlerweile wirklich langweilig gewordenen pinienwald heraus in eine steppenaehnliche landschaft.
nach einiger zeit erreichten wir upper pisang auf 3310 metern, unter uns im tal lag lower pisang, winzig klein.
von weitem glaubte man gar nicht, dass hier oben in diesem nach ruinen aussehenden doerfchen ueberhaupt jemand leben wollte geschweige denn konnte. doch als wir dieses dorf betraten sahen wir ueberall menschen. dieses dorf sah aus wir wir uns ein richtiges bergdorf in dieser region vorgestellt hatte, in den berg hinein gebaut, getarnt vor der welt mit zweckmaessig angelegten gebauden.
nachdem wir upper pisang verlassen hatten ging weiter in einer steppenaehnlichen landschaft mit etwas buschwerk. auf der karte konnen wir sehen, dass irgendwo ein 400 meter hoher und ploetzlicher anstieg im gelaende erfolgen musste, doch wo genau wussten wir nicht. als wir uns nach einer kleinen pause im schatten von einer reihe gebetsmuehlen, den vor uns liegenden berg genauer betrachteten, konnten wir ziemlich weit oben eine weisse stupa (= heiliges bauwerk) erkennen. etwas darunter einen steilen weg in serpentienen auf dem sich gerade Ku-Chang mit Hermanns Gepaeck quaelte…
ok… in einer halben stunde sind wir oben. kein thema…(diese einstellung aenderten wir uebrigens im laufe des treks noch!!!) von wegen… bei knapp 35 grad und dem gepaeck auf dem ruecken schafften wir die ersten 4 serpentienen. danach ging es japsend von spitzkehre zur spitzkehre, gut spuehrbar, dass hier die luft etwas duenner wird. die pausen wurden laenger und die strekecken dazwischen immer kuerzer. langsam merkte man schon seine knie. neben all der quaelerei, konnten wir aber eine unglaubliche landschaft geniessen, die sich neben uns auftat. wir liefen prallel zum annapurna II der mit seinen 7993m nur knapp den 8000er club verfehlte. wir kamen immer hoeher, doch der berg ueberschattete alles.
nach einer stunde erreichten wir ganz oben auf 3730 metern das stadttor von ghyard. voellig erledigt schleppten wir uns auf die terrasse von dem einzigen guesthouse dort oben um mittag zu essen. die fleissigen leser unseres blogs koennen sich mit sicherheit denken was wir bestellt haben… genau, dal bhat!
bei einer grandiosen aussicht, und strahlend blauem himmel, auf das annapurnamassiv, mit dem annapurna II direkt vor der nase machten wir die wohl verdiente mittagspause. es war wirklich beeindruckend!
uns hatte der gendanke den berg hoch getrieben, bzw. die gewissheit der karte, dass es von nun an auf einer hoehe bis zum naechsten ort weiter gehen sollte. doch irgendwie war das nicht ganz richtig. man kann nicht oft genug erwaehnen, dass wir wirklich total fertig waren. bis dahin war keiner von uns so hoch gewesen und das ganze war fuer uns richtiger hochleistungssport.
es ging also immer noch weiter bergauf, entlang an steilen abhaengen und wir dachten uns, nicht zum ersten mal auf diesem trek, “das kann doch alles nicht…”, “das geht doch nicht…”, “wie kann das denn….”. wir waren echt ein wenig fertig an dem tag. die falken kreisten freudig an den tieferen gifpeln entlang und wir japsten weiter den berg hoch. kurz vor der verzweiflung sahen wir dann endlich eine kleine weisse stupa, welche oftmals ein zeichen fuer einen “gipfel” war, eine ortsmarke, sozusagen.
als wir im schindenden sonenlicht die 3900 metermarke passiern, ging es endlich seicht herunter in den naechten ort namens ngawal auf 3680 meter.
beim betreten des dorfes wurden wir von einer guesthouse besitzerin empfangen, die uns sagte, dass unsere freunde schon da seien.
welche freunde? … natuerlich hermann und ku-chang. sie waren fuer diesen tag fertig, sassen in der kueche und tranken eine tasse tee.
wir waren aber noch nicht fertig. wir hatten uns vorgenommen bis humde zu gehen, was bedeutete, dass wir von ngawal knapp 400 meter absteigen mussten.
der schatten des berges hatte sich mittlerweile schon vollstaendig ueber das tal gelegt und wir machten uns auf die socken noch vor der dunkelheit humde zu erreichen. im tal konnte man es schon sehen doch der weg dort hin war deutlich laenger und steiler als gedacht. nach einer stunde abstieg auf einem schmalen schotterpfad hatten die knie dann nun wirklich ihre beste zeit hinter sich.
im tal angekommen schlugen wir uns im bereits fastdunklen durch die buesche der flughafens, an der “landebahn” vorbei (der flughafen war lediglich fuer gueter gedacht, die alle paar wochen in dem kleinen ort notwendig wurden). das war wohl nicht der touristenweg nach humde…aber wir haben unser tagesziel erreicht und checkten in einem netten hotel ein.
die hotelmama bot uns zwei plaetze auf der ofenbank, direkt am feuer, in ihrer kueche an und bekochte uns.
was fuer ein langer und anstrengender tag, geschlafen haben wir wie babys…

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