Ulaan Baatar – Weit weg, aber sehr vertraut

Mongolia '13

Morgen zusammen,
nach dem super trip durch die gobi wollten wir uns jetzt erstmal ein paar tage ulaan-baatar angucken. wir hatten vor dem trip ja gerade mal zeit die hiesigen krankenhäuser zu besuchen, also wussten wir noch nicht viel von der stadt. 1/3 der mongolen wohnt in der hauptstadt. andere richtige städte gibt es keine mehr in dem land. der rest der bevölkerung kommt also noch dem nomandenleben nach.

ulaan-baatar ist eine schöpfung der sowjetzeit. zur zeiten der “säuberung” wurden so gut wie alle historischen tempel zerstört und die mönche vertrieben. es wurden plattenbauten aus dem boden gestampft die das bild der stadt bis heute prägen. es gibt aber auch ein modernes ulaan-baatar. neben den trostlos wirkenden, zerbröckelnden sowjetbauten, tauchen moderne hochhäuser auf. über die ganze stadt verteilt findet man baustellen für neue grossprojekte. wenn man die hauptstrasse, die “peace avenue” entlang spaziert, kommt man bei versace, louis vuitton und der gleichen vorbei. eine moderne stadt also, den stadtrand sollte man wohl tunlichst meiden. man kann es nicht besser vergleichen, als mit favelas brasiliens, nur dass man mehr jurten sieht. wenn den nomaden die tiere in einem harten winter wegsterben, dann bleibt den menschen keine andere wahl, als in die stadt zu ziehen. da die schere zwischen arm und reich aber immer weiter auseinander geht, schaffen sie es meist nur an den stadtrand. und dieser wird immer grösser. wir haben noch nie in so vielen guidebooks gelesen, dass man nachts nicht allein unterwegs sein sollte. die kriminalität scheint stetig zu wachsen.
wenn man frisch aus der gobi kommt, dann merkt man erst wie unterschiedlich dieses land ist. von den nomaden zu der fast westlichen hauptstadt.

würde man an die mongolei denken, wenn man sagt, dass man mittags im kaffee sachers gegessen hat, abends bei berlin burger war und anschliessend im salm bräu ein bier getrunken hat?? die mongolen mögen anscheinend die deutsche lebensweise. die supermärkte sind zu 70% gefüllt mit importen aus good old germany. von ültje erdnüssen bis zum yoghurt von ehrmann kann man alles bekommen.
die stadt ist gut fussläufig zu erschliessen, aber nach ein paar tagen hat man dann auch schon alles gesehen. darum sind wir zu einem nationalpark vor den toren der stadt gefahren um mal wieder ein paar nächte in einer jurte zu verbringen. wir wohnten bei einer einheimischen familie und wanderten durch die gegend. es war fast wie ferien auf dem bauernhof. wir können nicht viel dazu schreiben, weil wir auch einfach mal nicht viel gemacht haben :)

morgen mittag geht es dann wieder weiter mit dem zug. wir verlassen unser guesthouse aber auch schweren herzens, weil wir uns langsam hier eingewöhnt haben. die leiterin des hostels, bobby, war ausgesprochen nett und organisiert. die kleine wohnung war durchweg voll, aber bobby hatte alles im griff. das hostel ist auf jeden fall ein tipp für jeden, den es mal in die mongolei verschlägt!!
unsere transsibfahrt wird ca. 28h dauern, je nach dem wie lang sich der grenzübertritt nach russland zieht. das kann wohl auch manchmal seine 6h dauern, wurde uns berichtet.
wir werden uns dann wieder aus irkutsk oder spätestens vom baikalsee melden…

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